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Wir sind Deutscher Meister - Bericht aus Unterföhring PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Stephan Unger   
Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 20:17 Uhr
Wie versprochen der Bericht direkt von unserem MEISTER Stephan, der nach 35 Jahren Wartezeit den Deutschen Einzelmeister der Herren für Hamburg erspielt



Hallo Bowlinggemeinde,

also wenn man mich so höflich bittet....
Es ist schon erstaunlich was man sich so alles in einer Woche DM so alles vornimmt. Mit Steffen wollte ich (zumindest in der Theorie) sein Sound im Saab verbessern. Ich wollte mir in München etwas Neues zum Anziehen kaufen. Natürlich wollte ich mich ausgiebig um unsere Patenkinder kümmern. Fußball wollte ich möglichst wenig verpassen und meine 3 GEOs, die ich mir als Lektüre mitgenommen hatte, wollte ich lesen - immerhin eine GEO habe ich fast durch....
...ach ja. Bowling wollte ich und Karina auch noch n bisl spielen.
Karinas Doppelwettbewerb ließ sich schon sehr gut an mit ihrem 6. Platz mit Dani Wohltmann und mein 19. Platz mit Basti im Doppel war auch i. O. Immerhin haben wir aus der Erinnerung heraus mehr als Even geworfen. Das war da auf der Halle ganz und gar nicht einfach. Danke noch mal an spaßige 24 Spiele an Basti. Sein neuer Lieblingspin ist jetzt der 4er...
Doppel war ja ursprünglich mit Oliver geplant, wurde aber doch gegen Captain Short getauscht, da Oli ja seine LKW Lappen erwirbt und dies konsequenter Weise Vorrang hat. Natürlich gab es danach den Einzelwettbewerb. Gerüchten zu Folge sollte auf unterschiedlichen Pattern gespielt werden - und: wurde  dann auch tatsächlich. War der Doppelwettbewerb noch im Nachhinein ein echtes Long Oil mit 43ft und einem 3er Ratio so sollte der Einzelwettbewerb als Vorbereitung für das nun laufende "Track Dream Bowl Palace Open" auf einem Medium Pattern geworfen werden: 39ft mit 3er Ratio. Scherzhaft hatte ich schon in den Probewürfen zu Andreas Gripp (TSV Chemie Premnitz) gesagt, das eigentlich ein 39ft Pattern generell für mich Hausschusscharakter hat...ahnen tat ich da noch nix - eher das Gegeteil: 1 einziges Mal habe ich in den Probewürfen den 1 er getroffen. Ich hatte den Bällen einfach zu viel Raum gegeben.
Spass bei Seite: Mein Spiel (mein A-Game) ist zwischen 2. und 3. Pfeil und break zwischen 1. und 2. Pfeil. Da halte ich mich zu 80% meines Bowlingspiels auf. Dort fühl ich mich wohl und dort (und das habe ich bereits ein paar Mal beweisen können) bin ich an guten Tagen schwer zu schlagen. Solche guten Tage hatte ich derer 3 am Stück.

1. Serie: 1309 - In jedem Spiel (ohne Ausnahme) hatte ich 2 Offene. Man kann sich also vorstellen, wie viel Holz ich hier noch verschenkt habe. Die Offenen waren fast nur Splits. Die Splits resultierten aus zu viel Raum mit zu eckig laufenden Bällen. Geräumt habe ich in der gesamten Woche eher mittelmäßig.

2. Serie: 1439. New Breed Solid mit sehr trägen Laufeigenschaften genommen (3x3-wen es interessiert).
Dieser Ball stellt sich im Midlane, reagiert ein kleines Bißchen im Backend und ließ einfach keine Splits mehr stehen. Asse geworfen habe ich zwar auch viele. Aber Löcher gab es praktisch keine mehr. Dann wollten auch die Ketten noch zusammen gelegt werden und fertig war die MEGA - Serie.

3. Serie: 1383. Quasi analog zur 2. Serie - der Druck war größer. Die Ketten wurden gesplittet zu Drillingen und Zwillingen. Bis zum Ende der 3 Serie hatte ich nun 11 in Folge Spiele nicht mehr unter 220 geworfen. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich 4 Clean Games in Folge im 3 Squad hatte. Bis zur 3 Serie hatte ich inkl. Doppel gerade mal erst 3 Clean Games. Ballwechsel kam nicht mehr in Frage. Der Ball war quasi nur für diese Bahn geschaffen worden. So einen Bereich und einen Pinfall hat auf der gesamten Halle kein Wettbewerber gehabt. Dabei sind - und da wiederhole ich mich vielleicht - nicht die Anzahl Strikes in den Vordergrund zu stellen als vielmehr die geringe Anzahl an Splits. Meiner Meinung nach haben sich zu wenige getraut einen Ball zu werfen, der ein nur ein kleines Backend hat.

Finale: Der Vorsprung zum 2. Platzierten waren so ca. 190 Holz. Innerlich wußte ich, dass es unter normalen Umständen für mich reichen müßte den 1. Platz zu halten. Es war das 2. Raound Robin Finale, dass ich bei einer DM im Einzel gespielt habe. Beim 1. Mal in Berlin war ich Kanonenfutter...
Hier waren aber die Vorzeichen anders. Ich mußte schon richtig in die Sch... greifen, wenn ich das noch abgeben sollte. Kurzum: Gut war die Serie nicht und ich wurde sehr nervös zwischendurch. Ich habe im RR gefühlte 10 einfache Offene geworfen. Das Feeling des Anwurfs war zwischendurch einfach weg. Aber gereicht hat es ja dann doch noch. Mein Fazit aus dem Finale: Da die Bahn geringfügig schneller war, hätte ich nicht mehr so ballverliebt sein dürfen - das war ich auch beim Track Open einen Tag später, und hätte meinen AMB Solid mit mehr Backend einsetzen müssen.
Tja, so kam es dann: Mein bisher größter Erfolg, der nicht zu letzt durch die unheimliche Unterstützung meines Teams und durch Karina möglich wurde. Wir sind Deutscher Einzelmeister. Cool

Vielen Dank an alle für die Anrufe und die SMS und E-Mails. Ich bin teilweise immernoch platt, wer mir so alles gratuliert.

Danke.

Stephan

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 22:34 Uhr
 
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